Von Katharina Schmitt (Redaktion Personalmagazin)
Immer mehr Softwarelösungen können unabhängig vom lokalen Rechner aus der sogenannten Datenwolke, der „Cloud“, bezogen werden. Die Daten und Anwendungen der Kunden liegen dabei nicht mehr auf Rechnern vor Ort, sondern werden in einem externen Rechenzentrum gespeichert, gepflegt und weiterbearbeitet. Die neue Studie „Cloud Computing – Navigation in der Wolke“ des Beratungsunternehmens Pricewaterhouse Coopers Deutschland attestiert dem Cloud Computing große Wachstumschancen. Knapp drei Viertel der befragten Anbieter gehen davon aus, dass der Anteil an Cloud-Diensten an ihrem Gesamtgeschäft mittelfristig steigen wird. Keiner der Befragten erwartet einen Umsatzrückgang. Insbesondere die stärker spezialisierten Provider glauben, dass das internetbasierte Arbeiten zur Regel wird und dass die Integrierbarkeit und Kombinierbarkeit der Cloud-Angebote immer wichtiger werden.
Der Erfolg von Cloud Computing wird aber, so die Autoren der Studie, letztlich davon abhängen, inwieweit die Anbieter von Cloud-Diensten die Bedenken der Nutzer in Bezug auf Informationssicherheit und Datenschutz ausräumen und die Compliance-Anforderungen ihrer Kundschaft umsetzen können.
Auch im Bereich des Talentmanagements ermöglichen Software-Firmen ihren Unternehmenskunden immer öfter, die benötigten Daten und Software-Module einfach und flexibel über Cloud Computing zu beziehen. Welche Vorteile das für die Unternehmen bietet, aber auch welche Gefahren bestehen, erklären Experten und Praktiker.
Kosten werden gesenkt, die Verfügbarkeit der Daten wird erhöht
Insbesondere Effizienzaspekte sprechen nach Ansicht von Ingo Kraupa, dem Vorstandsvorsitzenden und Mitbegründer des Nürnberger IT-Dienstleisters Noris Network AG, für Cloud Computing. Dabei verheimlicht der Anbieter von Cloud-Lösungen nicht, dass der Datenschutz in diesem Bereich eine ganz besondere Herausforderung bedeutet: „Cloud Computing ist ein viel zitierter Begriff. Die Idee dahinter ist nicht ganz so neu. Das Ziel ist es, Kosten zu senken und die Verfügbarkeit zu erhöhen, indem ich Teile von standardisierbaren IT-Aufgaben in fremde Hände gebe. Da hierbei Leistungen nach Nutzungsgrad bezahlt werden, entstehen bei geringer Auslastung geringe Kosten, ohne die Leistung einzuschränken, wenn sie benötigt wird.”
Kurz gesagt: Die IT wird dadurch flexibler, zuverlässiger und günstiger. Erwähnt werden sollte auch, dass spezialisierte Dienstleister in aller Regel ihren Service auf sehr hohem Niveau anbieten. Hinzu kommen auch Rationalisierungseffekte beim Betrieb von Hardware und Standardanwendungen. Es ist einfach effizienter, 1.000 Rechner zu managen als das Management von 50 Servern zu betreiben. Natürlich muss man sich aber auch überlegen, welche Rolle der Datenschutz spielt und welche Daten in der Cloud verarbeitet werden sollen. Personenbezogene oder aus anderen Gründen sensible Daten empfehlen sich jedenfalls nicht für anonyme Cloud-Lösungen.
„Hier ist es wichtig, über eine entsprechende einzelvertragliche Verpflichtung des Dienstleisters von vornherein für Rechtssicherheit zu sorgen. Gute Dienstleister können ihren Kunden ganz genau sagen, wo welche Daten verarbeitet werden, wo also beispielsweise Backups liegen. Und sie gewährleisten gegebenenfalls auch eine Verschlüsselung. Für uns etwa ist es selbstverständlich, dafür Sorge zu tragen, dass alle gesetzlichen und alle anderen Normen, wie beispielsweise die Compliance-Vorgaben unserer Kunden, eingehalten werden“, so Kraupa.
Internationale Zusammenarbeit ist mittels Cloud kein Problem mehr
Statt aufwendige eigene IT-Infrastruktur vorzuhalten, ermöglicht Cloud Computing den Nutzern, die benötigte Software einfach bei Bedarf abzufragen. Auch die laufende Wartung und Updates im eigenen Unternehmen entfallen – für Dr. Marcus Steinbichler, Geschäftsführer der Steinbichler GmbH im oberbayrischen Neubeuern, einem Anbieter optischer Mess- und Sensortechnik, ein gewichtiger Grund für den Einsatz einer Cloud-Computing-Lösung: „Das entscheidende Argument für uns zur Umstellung auf die Cloud war der finanzielle Aspekt. Anfangskosten, zum Beispiel für zusätzliche Hardware oder Software-Lizenzen, fallen beim Cloud Computing nicht an. Seit der Implementierung unserer webbasierten Kundenmanagementlösung haben sich unsere Prozesse und Arbeitsweisen grundlegend verändert.”
„Alle Mitarbeiter haben nunmehr zu jeder Zeit und an jedem Ort eine aktuelle Ansicht der Daten zur Verfügung. Dadurch ist auch die internationale Zusammenarbeit kein Problem. Unsere Leute greifen weltweit in Echtzeit über beliebige Endgeräte wie Laptop oder Smartphone auf dieselben Daten zu. Für uns ist CRM aus der Wolke die perfekte Lösung. Damit kann ich auf einen Blick sehen, was wo läuft und mich weiter auf mein Tagesgeschäft konzentrieren. Für Updates und Wartung ist der Anbieter verantwortlich. Dadurch sparen wir zusätzlich Zeit und Kosten. Besonders wichtig ist für uns, dass wir mit Cloud Computing flexibel bleiben und schnell unsere Nutzung skalieren können – ohne finanzielle Nachteile. Somit können wir auf Veränderungen des Marktes reagieren. Das ist heute in jeder Branche ein gewaltiger Vorteil.“
Bezahlt wird vom Kunden nur, was auch tatsächlich benötigt wird
Worauf diese großen Effizienz- und Kostenvorteile gründen, erklärt Joachim Schreiner, Area Vice President CentralEurope beim Cloud-Computing-Unternehmen Salesforce.com Deutschland: „Klassisch installierte Anwendungen bedeuten in der Regel viel Aufwand.
Im Einzelnen können das sein: Anschaffung von Hardware und Softwarelizenzen, gewaltige Wartungskosten, aufwendige Implementierungsprojekte, kostspielige Integration und mühsame Release-Wechsel. Dem gegenüber steht der Cloud-Computing-Ansatz, bei dem Applikationen vom Anbieter zentral bereit gestellt und gewartet werden. Die Argumente gewinnen noch an Bedeutung, wenn man bedenkt, dass viele IT-Verantwortliche in Unternehmen bis zu 80 Prozent ihrer Zeit mit Wartungsaufgaben verbringen müssen – anstatt innovative Projekte voranzutreiben. Alle Kunden nutzen im Cloud-Computing-Modell exakt die gleiche Technologie, die sich aber jeweils an die individuellen Geschäftsanforderungen anpassen lässt. Dies bezeichnet man als Multi-Tenancy-Prinzip – eines der wesentlichen Merkmale von Cloud-Computing- Anwendungen. Statt Lizenzen und Hardwarekapazitäten auf Vorrat zukaufen, bezahlt der Kunde nur jene Leistung, die tatsächlich benötigt wird. Die Abrechnung erfolgt so ähnlich wie bei einem Zeitschriftenabo über eine klar kalkulierbare monatliche Nutzungsgebühr und ohne versteckte Folgekosten. Somit liefert das in gewisser Hinsicht demokratische Modell Cloud Computing Unternehmen jeder Größe eine verbesserte finanzielle Flexibilität und mehr Zeit für Innovationen.“
Als cloud-basierte Talentmanagementlösung bietet Haufe-Lexware in Kooperation mit Umantis „Haufe Talent Management“ an.
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Schlagworte: Cloud Computing, Haufe Talent Management, Talentmanagement, Talentmanagementlösung
